Hl. Stanislaus Kostka

Titel Das gerahmte Gemälde St. Stanislaus Kostka. Aus einer Serie von neun ovalen Darstellungen von Christus, der Jungfrau Maria und jesuitischen Heiligen
Entwickler Jeremias Joseph Knechtel
Erstellungsdatum Gemälde 1700, Rahmen 1710
Abmessungen Das Gemälde - Höhe 212 cm, Breite 167 cm Rahmen - Höhe 478 cm, Breite 327 cm
Material/Technik farbige Grundierung Holz Leinwand Öl Technik polierte Grundierung Vergoldung Zimmermanns- und Holzschnitztechniken
Ort der Exposition Hauptschiff Südwand über dem fünften Pfeiler der von Osten ausgehenden interschiffigen Arkade
Opis podstawowy
Opis profesionalny
Das ovale Bild zeigt eine betende Vision eines jungen Heiligen, dem das Jesuskind erscheint. Der im Jesuitenhabit gekleidete Stanislaus Kostka, der im rechten Teil des Bildfeldes (vom Betrachter aus gesehen) dargestellt ist, kniet und blickt dem Kind entgegen. Der kleine Jesus ist vor dem Hintergrund der beleuchteten Wolken oben, auf der gegenüberliegenden Seite des Bildfeldes, zu sehen. Der Heilige berührt mit seinen Fingern den Fuß des Kindes. Der sehr reiche, teilweise durchbrochene Rahmen in weißer Farbe mit poliertem Grund und Vergoldung besteht aus geflochtenen Akanthusblättern und wurde mit Motiven wie einem Band, Voluten, Lilienblüten, einer Muschel und einem Horn mit Blumen im oberen Bereich verziert. Das Gemälde gehört zu einer Serie, die die Verdienste der Jesuiten in der Geschichte der katholischen Kirche durch die Darstellung der herausragendsten Vertreter des Ordens illustrieren sollte. Das Gemälde zeigt den heiligen Johannes, der 1726 heiliggesprochen wurde. Stanisław Kostka (1550-1568), ein in Masowien geborener Pole, der während seines Studiums an einer Jesuitenschule in Wien in jungen Jahren gegen den Willen seiner Familie beschloss, den Jesuiten beizutreten, und während seines Noviziats in Rom im Ruf der Heiligkeit starb. Die sehr ruhige Komposition von Jeremias Joseph Knechtl illustriert vor allem das Gebet und die mystische Vision des jungen Heiligen.

Beschreibung: Das ovale Bild enthält eine Darstellung der Vision des heiligen Stanislaus Kostka, dem das Jesuskind beim Gebet erscheint. Der braune Hintergrund der Darstellung, meist einheitlich („abstrakt“), nimmt im oberen Teil, insbesondere auf der linken Seite der Komposition, die Form von leicht rosafarbenen, beleuchteten Wolken an, die mit Weiß aufgehellt werden. Der heilige Stanislaus ist in der rechten (vom Betrachter aus gesehen) Hälfte der Komposition dargestellt, kniend und mit Blick auf die heraldische Rechte, von den Knien aus dargestellt, mit leicht erhobenem Kopf, mit auf der Brust gefalteter rechter Hand und ausgestreckter linker Hand nach vorne. Mit seinen Fingerspitzen berührt der Heilige den Fuß des rechten Fußes des Kindes, der in der zweiten Bildhälfte oben vor dem Hintergrund beleuchteter Wolken sichtbar ist. Das Gesicht eines jugendlichen Heiligen mit zarten, runden Gesichtszügen und einer markanten Nase; kurzes, dichtes, dunkles (braunes) Haar, das den Kopf umgibt; eher dicke Hände; weißer Körperteint. Stanislaus Kostka trägt ein schwarzes Jesuitenhabit, dessen Kragen am Hals offen ist und einen ebenfalls offenen weißen Hemdkragen freigibt; Auch an den Enden der langen und schmalen Ärmel des Habits sind Säume der Unterwäsche sichtbar. In der linken Bildhälfte, oben, ist das Kind in voller Gestalt auf den Wolken sitzend, dem Heiligen zugewandt, mit ausgestrecktem rechten Bein und Händen zu ihm dargestellt. Kindergesicht mit fast „erwachsenen“, wenn auch zarten Gesichtszügen, Kopf umrahmt von kurzen blonden Haaren und einem blassrosa Teint. Der nackte Körper des kleinen Jesus ist um die Taille mit einem dunkelrosa Vorhang bedeckt; Unter den Füßen des Säuglings ist ein Paar geflügelter Engelsköpfe (graublaue Flügel) zu sehen. Teilweise durchbrochener Rahmen. Im allgemeinen Umriss eines Ovals, leicht verlängert auf der vertikalen Achse. Oben ist die Verzierung des Rahmens etwas aufwendiger, sie hat den Charakter einer Kreuzblume, auf deren Achse, direkt über dem Gemälde, eine große Muschel platziert ist. Der Rahmen wird von unten gerade geschnitten. Hergestellt aus symmetrischen, mehrschichtigen Geweben aus Akanthus-Flagellum in der weißen Farbe des polierten Grundes, mit einem scharfen Stil (aber noch nicht verwelkt) und feineren Blumenmotiven und Füllhörnern an den Seiten des Rahmens. Die beschriebenen Gewebe sind mit Motiven ganz oder teilweise aus Gold angereichert: profilierte Lamellen, Abschnitte eines gerafften Bandes unterschiedlicher Breite, meist gedreht (mit Volutenenden), unabhängige Voluten, Lilienblüten und ein Horn, z.B. mit großen Blütenkelchen im oberen Vorsprung (oben im Rahmen).

Provenienz: Das Gemälde gehört zu einer Serie von neun Kompositionen, die von den Schweidnitzer Jesuiten im Rahmen der mehrere Jahrzehnte dauernden Barockisierung des gotischen Innenraums der Kirche in Schweidnitz finanziert wurden. Die Gemälde wurden im Jahr 1700 von zwei schlesischen Malern in Auftrag gegeben: vier von Knechtl und fünf von Johann Jacob Eybelwieser dem Jüngeren. Knechtel malte seine Bilder vermutlich recht schnell, doch die reichen Rahmen dafür entstanden erst zehn Jahre später, vermutlich erst, als alle Bilder des Zyklus fertig waren.

Charakteristik: Das Gemälde gehört zu einer Serie, die die Verdienste der Jesuiten in der Geschichte der katholischen Kirche durch die Darstellung der herausragendsten Vertreter des Ordens veranschaulichen sollte. Unter ihnen stachen zwei sehr junge Jesuiten hervor, die keine Märtyrer, sondern äußerst eifrige Gläubige waren. Neben dem Italiener Hl. Alojzy Gonzaga, dessen Bild auch in der Schweidnitz-Serie enthalten war, wurde der Pole Hl. Stanislaus Kostka 1550 in Masowien als Sohn des Kastellans von Zakroczym, Jan, geboren. Als Junge wurde er dorthin geschickt Studium in Wien, wo er unter der Aufsicht der Jesuiten studierte. Seine zunehmende Religiosität machte sich schnell bemerkbar, verstärkt durch ein mystisches Erlebnis, das er während seiner Krankheit im Jahr 1565 hatte. Stanislaus entschloss sich schnell – gegen die Position seines Vaters –, dem neuen Orden beizutreten, und gelangte 1567 über Bayern nach Rom, wo ihn Franz Borgias an die Ordensgemeinschaft verwies Noviziat in der Kirche Hl. Andreas am Quirinal. Dort starb Stanislaus kurz darauf, am 15. August 1568, an Malaria. Nach Meinung seiner Zeitgenossen hatte er außergewöhnliche Charaktereigenschaften und starb in einer Aura der Heiligkeit. Er wurde 1606 seliggesprochen und 1726 heiliggesprochen. Seine Darstellung im Zyklus der Schweidnitzer Gemälde bringt ihn bewusst dem Bild des heiligen Alojzy Gonzaga näher. Das Gemälde gehört zur Frühphase von Knechtls Schaffen und in der Komposition der Performance sind noch einige Anklänge manieristischer Lösungen erkennbar. Allerdings ist die Aufnahme in diesem Fall sehr ruhig und Knechtel legte den Schwerpunkt vor allem auf die Veranschaulichung des tiefen spirituellen Lebens des Heiligen.


Bibliografia
Hermann Hoffmann, Die Jesuiten in Schweidnitz, Schweidnitz 1930 (Zur Schlesischen Kirchengeschichte, Nr 3), s. 154.

Edmund Nawrocki, Kościół parafialny św. Stanisława i św. Wacława w Świdnicy. Przewodnik, Świdnica 1990, s. 23.

Henryk Fros SJ, Święci i błogosławieni Towarzystwa Jezusowego, Kraków 1992, s. 25-27 [tylko do ikonografii – nie zawiera wzmianki o obrazie ze Świdnicy].

Rainer Sachs, Teresa Sokół, Życie i twórczość rzeźbiarza Tobiasa Franza Stallmeyera (1673-1747), [w:] Dziedzictwo artystyczne Świdnicy, Pod redakcją Bogusława Czechowicza, [Książka zawiera materiały z sesji naukowej odbytej w Świdnicy w dniu 2 czerwca 2000 roku], Wrocław- Świdnica 2003, s. 150 i 152.

Dariusz Galewski, Jezuici wobec tradycji średniowiecznej. Barokizacje kościołów w Kłodzku, Świdnicy, Jeleniej Górze i Żaganiu, Kraków 2012 (Ars Vetus et Nova, Redaktor serii Wojciech Bałus, T. XXXVI), przypis 28 na s. 222.

Jeremias Joseph Knechtel (1679-1750). Legnicki malarz doby baroku, Pod redakcją Andrzeja Kozieła i Emilii Kłody, [katalog wystawy], Muzeum Miedzi w Legnicy, Akademia Rycerska, październik 2012 – kwiecień 2013, Legnica 2012, poz. kat. A.91-94 na s. 190-192 (noty opr. Emilia Kłoda), il. A.92 na s. 191; na s. 190 zebrana pełna literatura przedmiotu.

Barbara Skoczylas-Stadnik [tekst], Franciszek Grzywacz [fotografie], Katedra świdnicka perłą Dolnego Śląska, Legnica 2016, s. 43.

Malarstwo barokowe na Śląsku, pod redakcją Andrzeja Kozieła, Wrocław 2017, s. 488 (autorka noty poświęconej malarzowi: Emilia Kłoda).