Hl. Aloysius Gonzaga
Entwickler Jeremias Joseph Knechtel
Erstellungsdatum Gemälde 1700, Rahmen 1710
Abmessungen "Das Gemälde - Höhe 203 cm, Breite 159 cm Rahmen - Höhe 460 cm, Breite 329 cm"
Material/Technik farbige Grundierung Holz Leinwand Öl Technik polierte Grundierung Vergoldung Zimmermanns- und Holzschnitztechniken
Ort der Exposition Hauptschiff Nordwand über dem fünften Pfeiler der von Osten ausgehenden interschiffigen Arkade
Beschreibung: Das ovale Bild enthält die Darstellung eines Heiligen, der ein in seinen Händen gehaltenes Kruzifix anbetet. Der Heilige ist vor einem sehr dunklen Hintergrund dargestellt, der in Brauntönen gehalten ist und nur ganz oben im Bildfeld aufgehellt wird, wo er gegen das Kruzifix gehalten wird Im Hintergrund eines rostigen Himmels, Wolken und einer Herrlichkeit aus Lichtstrahlen ist eine fliegende Taube des Heiligen Geistes abgebildet. Aloysius Gonzaga ist fast in voller Gestalt, in dynamischer Pose, kniend, zu drei Vierteln gedreht dargestellt – auch mit seinem Kopf – heraldisch links, leicht gebeugt. Er hält in beiden Händen (die rechte Hand des Heiligen liegt viel tiefer als die linke) ein schräg gestelltes Kruzifix von beträchtlicher Größe. Mit seinem linken Unterarm hält der Heilige außerdem einen grünen Zweig mit weiße Lilienblüten. Aloysius‘ Kopf ist geneigt, nahe an der Christusfigur. Gonzaga hat die zarten Züge eines jungen Mannes und ein Gesicht mit blassrosa Gesichtsfarbe, mit kurzen dunkelbraunen Haaren. Der Heilige ist in eine schwarze Soutane gekleidet, deren Am unteren Bildrand sind verworrene Falten sichtbar. An seinem Hals ist ein leicht geöffneter Kragen zu erkennen, über dem der ebenfalls offene Kragen seines unterweißen Hemdes zu sehen ist. Über der Soutane wird ein gewellter weißer Chorrock getragen, der am Oberschnitt und am unteren Rand mit zarter Spitze verziert ist. Die vom Heiligen gehaltenen Kreuzarme sind in der Farbe dunklem Holz gehalten. Die am Kreuz platzierte Figur ist realistisch dargestellt (Christuskopf vom Heiligen abgewandt), mit viel Ausdruck und in naturalistischer Konvention gemalt. Unten im Bildfeld rechts, vom Betrachter aus gesehen, steht ein hellbrauner Tisch mit einem roten Kissen, auf dem kopfüber eine fürstliche Mitra in Rot und Gold liegt, besetzt mit Hermelinfell. Der Rahmen ist teilweise durchbrochen. Der Grundriss ist oval und die vertikale Achse leicht verlängert. Oben ist die Verzierung des Rahmens etwas aufwendiger, sie hat den Charakter einer Kreuzblume, auf deren Achse sich direkt über dem Gemälde eine ovale Kartusche befindet. Der Rahmen wird von unten gerade geschnitten. Hergestellt aus symmetrischen, mehrschichtigen Geweben aus Akanthus-Flagellen, die mit einem scharfen Stil (aber noch nicht verwelkt) und feineren Blumenmotiven in der weißen Farbe der polierten Grundierung gehalten sind. Die beschriebenen Gewebe sind mit ganz oder teilweise goldenen Motiven angereichert: profilierte Lamellen, Abschnitte eines gerafften Bandes unterschiedlicher Breite, meist gedreht (mit Volutenenden), unabhängige Voluten, Lilienblüten und ein Horn mit Blumen (oben am Rahmen).
Geschichte: Das Gemälde gehört zu einer Serie von neun Kompositionen, die von den Schweidnitzer Jesuiten im Rahmen der mehrere Jahrzehnte andauernden gründlichen Barockisierung des gotischen Innenraums der Kirche in Schweidnitz finanziert wurden. Die Gemälde wurden im Jahr 1700 von zwei schlesischen Malern in Auftrag gegeben: vier von Knechtel und fünf von Johann Jacob Eybelwieser dem Jüngeren. Knechtel malte seine Bilder vermutlich recht schnell, doch die reichen Rahmen dafür entstanden erst zehn Jahre später, vermutlich erst, als alle Bilder des Zyklus fertig waren.
Charakteristik: Das Gemälde gehört zu einer Serie, die die Verdienste der Jesuiten in der Geschichte der katholischen Kirche durch die Darstellung der herausragendsten Vertreter des Ordens veranschaulichen sollte. Unter ihnen stachen zwei sehr junge Jesuiten hervor, die keine Märtyrer, sondern äußerst eifrige Gläubige waren. Neben dem Pol erscheint der heilige Stanislaus Kostka, dessen Bild auch in der Schweidnitz-Serie enthalten war, der heilige Aloysius Gonzaga. Er wurde 1568 geboren und stammte aus der großen italienischen Familie der Herzöge von Mantua. Von seiner Familie für eine militärische Laufbahn vorgesehen, perfekt ausgebildet und durch Religiosität und ein reiches spirituelles Leben ausgezeichnet, gelang es ihm, die vorgeschlagene Lebensweise weltlich (die auf dem Gemälde durch eine umgekehrte Herzogskrone symbolisiert wird) abzulehnen. 1585 trat er in das Noviziat der Jesuiten ein, das er aufgrund seines frühen Todes jedoch nicht abschloss. Er hielt sich hauptsächlich in Rom auf, ohne die Verbindung zu seinem Familienfürstentum abzubrechen. Während der in Rom herrschenden Epidemie erhielt er von seinen Vorgesetzten die Erlaubnis, sich der Pflege der Kranken zu widmen, und starb kurz nach seiner Infektion am 21. Juni 1591. 1605 wurde er seliggesprochen, 1726 zum Heiligen erklärt und ist es auch gilt als Schutzpatron der Jugend, Ministranten und Studenten. Das Gemälde gehört zur Frühzeit von Knechtls Schaffen und in der Komposition der Darstellung sind noch einige Anklänge manieristischer Lösungen erkennbar. In der Schweidnitz-Komposition legte Knechtel trotz einer gewissen Lebendigkeit, die durch die unruhige Haltung des Heiligen entstand, den Schwerpunkt vor allem auf die Veranschaulichung des tiefen spirituellen Lebens und der Meditation des jungen Heiligen.
Bibliografia
Edmund Nawrocki, Kościół parafialny św. Stanisława i św. Wacława w Świdnicy. Przewodnik, Świdnica 1990, s. 23.
Henryk Fros SJ, Święci i błogosławieni Towarzystwa Jezusowego, Kraków 1992, s. 50-51 [tylko do ikonografii – nie zawiera wzmianki o obrazie ze Świdnicy].
Rainer Sachs, Teresa Sokół, Życie i twórczość rzeźbiarza Tobiasa Franza Stallmeyera (1673-1747), [w:] Dziedzictwo artystyczne Świdnicy, Pod redakcją Bogusława Czechowicza, [Książka zawiera materiały z sesji naukowej odbytej w Świdnicy w dniu 2 czerwca 2000 roku], Wrocław- Świdnica 2003, s. 150 i 152.
Dariusz Galewski, Jezuici wobec tradycji średniowiecznej. Barokizacje kościołów w Kłodzku, Świdnicy, Jeleniej Górze i Żaganiu, Kraków 2012 (Ars Vetus et Nova, Redaktor serii Wojciech Bałus, T. XXXVI), przypis 28 na s. 222.
Jeremias Joseph Knechtel (1679-1750). Legnicki malarz doby baroku, Pod redakcją Andrzeja Kozieła i Emilii Kłody, [katalog wystawy], Muzeum Miedzi w Legnicy, Akademia Rycerska, październik 2012 – kwiecień 2013, Legnica 2012, poz. kat. A.91-94 na s. 190-192 (noty opr. Emilia Kłoda), il. A.91 na s. 190; na s. 190 zebrana pełna literatura przedmiotu.
Barbara Skoczylas-Stadnik [tekst], Franciszek Grzywacz [fotografie], Katedra świdnicka perłą Dolnego Śląska, Legnica 2016, s. 40.
Malarstwo barokowe na Śląsku, pod redakcją Andrzeja Kozieła, Wrocław 2017, s. 488 (autorka noty poświęconej malarzowi: Emilia Kłoda).





